Mittwoch, 30. März 2011

Christa Wolf: Medea. Stimmen


Hallo Mädelz,
da ich nun gemerkt habe, dass sich unter euch nicht nur Schmink- sondern auch Buchtanten tummeln, wollte ich heute mal einen Lektüretipp geben. 


Christa Wolfs Medea. Stimmen „musste“ ich für die Uni lesen und bin ehrlich gesagt wenig motiviert an die Sache rangegangen. Das hat glaub ich damit zu tun, dass ich von Wolf bisher nichts  gelesen  hatte, das Buch total unansprechend aussieht und ich befürchtete es würde sich um eine eher anstrengende Lektüre handeln. Die Autorin ist bekannt für ihren DDR Hintergrund und das berüchtigte „weibliche Schreiben“. Bei Gesellschaftskritik und Feminismus kommen mir gleich Autorinnen wie Elfriede Jelinek in den Kopf, die ich zwar bewundernswert finde, deren Bücher für mich aber in die Kategorie „lesbar nur zu Bildungszwecken“ fallen. Ganz anders nun Wolfs Medea. 

Der Medea Mythos, erstmals aufgeschrieben von Euripides und seitdem hunderte Male bearbeitet, ist glaube ich relativ bekannt. In einem Satz: Medea ist die eifersüchtige Hexe, die aus Rache an ihrem Mann die eigenen Kinder umbringt. Da die Frau im Mythos allgemein eher schlecht wegkommt, fand ich es sehr spannend zu lesen, was eine Autorin daraus macht. 

In Medea. Stimmen wird die Geschichte in Form von Monologen - oder eben Stimmen-  verschiedener Akteure erzählt. Aus den jeweiligen Blickwinkeln und Gedanken setzt sich ein Gesamtbild zusammen. Medea selbst kommt zu Wort, genauso wie ihre Gegner und Verbündeten. Diese Form macht das Lesen sehr abwechslungsreich und spannend. Spannend ist überhaupt das Stichwort! Ich brauchte einige Seiten bis ich mich eingelesen hatte, konnte das Buch dann aber kaum mehr weglegen, so fesselnd war es und genau deswegen möchte ich auch nicht zu viel verraten.  Wer also die griechische Mythenwelt interessant findet, gerne eine spannende, intrigenreiche Geschichte liest und dabei nicht durch Abweichungen von einer 0815 Form abgeschreckt wird, wird Medea mit großer Wahrscheinlichkeit lieben. 

Hat jemand von euch das Buch gelesen und stimmt mir zu oder sieht das völlig anders?

1 Kommentar:

  1. Ich kann dir da nur zustimmen. Ich mache ja gerade eine Dramaturgiehospitanz bei Medea und habe das Buch dafür auch gelesen.
    Ich finde es auch klasse, gut und verständlich geschrieben, dabei sehr spannend und es ermöglicht einen neuen Blick auf die Geschichte, auch wenn der nicht unbedingt historisch belegt ist^^.

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