Montag, 2. Januar 2012

Zwei an einem Tag -Buch und Film

Hallo Mädelz,
Frohes neues Jahr! Hoffe ihr seid smooth ins neue Jahr gerutscht und habt den schlimmsten kater mittlerweile überstanden?! Bei mir wars wider Erwarten nett und entspannt, gutes Essen, danach gute Party...alles fein!

Ich wollte euch mal wieder ein Buch und dazu noch einen Film vorstellen, nur für den Fall, dass es jemand noch nicht kennt: Zwei an einem Tag von David Nicholls - war ein ziemlicher Bestseller und die Verfilmung lief gerade im Kino.
Wenn mich jemand fragt was ich gern lese, sag ich immer "Alles außer Schnulzen und Krimis" und genau deswegen hätte ich mir das Buch nie selbst gekauft. Zum Glück habe ich es geschenkt bekommen, wie das nun mal so ist, schaut man einem geschenkten Gaul nicht ins Maul und es stellte sich ziemlich schnell raus, dass Zwei an einem Tag keine gruselige Schnulze, sondern eine ziemlich schöne, unkitschige und originell umgesetzte Liebes- bzw. Freundschaftsgeschichte ist.



Worum gehts?

Ich lese nichtmal Klappentexte, wenn es sich vermeiden lässt und möchte deshalb inhaltlich nicht zu viel verraten: Dexter und Emma, die völlig unterschiedlich sind und sich nur flüchtig kennen, machen nach ihrem Abschluss eine Nacht zusammen durch. Aus der Nacht entwickelt sich eine Freundschaft, immer wieder gemischt mit etwas Verliebtheit, die über 20 Jahre mal mehr, mal weniger besteht.
Ausgehend vom Jahrestag dieser gemeinsamen Nacht am 15. Juli 1988 wird Kapitelweise erzählt, was Dex und Em jeweils am 15. Juli der folgenden 20 Jahre machen. Man erfährt also wie ihre Leben von Anfang 20 bis 40 mit- und ohneeinander verlaufen.

Buch:

Ich hab das Buch in kürzester Zeit weggelesen und war richtig traurig als es vorbei war. Das liegt vor allem an den Charakteren, die super gezeichnet sind: Emma ist eine absolut sympathische Figur, mit der man sich an vielen Punkten in ihrem Leben ganz leicht identifizieren kann und warum sie anfangs für Dexter schwärmt leuchtet auch sofort ein... Beide haben ihre Stärken und Schwächen und handeln über die Jahre mal mehr mal weniger nachvollziehbar, für mich habe ich aber beschlossen, dass alles andere auch unmenschlich wäre!
Dem Autor gelingt es sehr gut die aktuelle Lebenssituationen der beiden anhand eines einzigen Tages darzustellen, ohne dass es wirkt als wären plump zu viele Informationen über das vorherige Jahr eingeschleust (anders als zum Beispiel im Harry Potter Epilog -wer fand den noch schrecklich?). Nicht allzu viele wichtige Meilensteine ihrer Beziehung finden an den gezeigten 15. Julis statt, die Geschichte nimmt unerwartete Wendungen und besonders das, für mich nicht absehbare, Ende macht sie gut und authentisch.

Zu viel Lobhudelei?
Dann weiter zum Film:


Den Film habe ich mir natürlich erst angesehen, nachdem ich das Buch durch hatte. Die Geschichte bleibt die gleiche, ebenso die Erzählstruktur und da kommen wir schon zum Problem: Die Gedanken, Gefühle und Probleme der jeweiligen Lebensabschnitte lassen sich in einer kurzen Filmsequenz viel weniger transportieren als in einem Kapitel Buch. Es wird oft überhaupt nicht deutlich warum die Figuren handeln wie sie handeln, was gerade die Probleme sind mit denen sie hadern und vor allem was sie überhaupt zusammenhält. Das Tempo ist einfach zu hoch, alles passiert viel zu schnell und man kommt kaum mit. Anne Hathaway spielt gut, Jim Sturgess weniger und zusammen funktionieren die beiden für meinen Geschmack gar nicht. Ich weiß auch nicht, ob es an der Chemie hapert oder daran, dass nicht erklärt wird, was der charmante, reiche Frauenheld von der Atomkraft-Nein-danke-Streberin überhaupt will. Die Tiefe, die die Charaktere im Buch haben, geht dem Film leider völlig ab.

Kennt ihr Buch, Film oder beides? Mich würde mal interessieren wie der Film wirkt, wenn man das Buch nicht kennt...

Kommentare:

  1. Hallo.
    Ich würde mir das Buch selbst auch nciht kaufen und ahbe es zu Weihnachten geschenkt bekommen. Deswegen geht es mir wie dir. Noch habe ich das Buch nicht gelesen... war auch etwas skeptisch am anfang. Nach deiner Rezi fühl ich mich rigendwie besser. Den Film werde ich mir auch erst dann anschauen, wenn ich das Buch durch hab.
    Liebe Grüße, Anja

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  2. Den Film habe ich noch nicht gesehen, aber das Buch hat mich damals nicht umgehauen.

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  3. Ich hab' noch nie was davon gehört, aber das klingt ja durchaus interessant - auch wenn ich mit zu den Anti-Schnulzen-Menschen gehöre. Für mich wär' dann auch eher das Buch was, weil ich selten Buchverfilmungen mag (und mir nie wieder den Film zu einem Buch ansehen werde, das ich wirklich toll fand!). Mal schauen, falls meine Bücherei das hat, werd' ich's mir mal ausleihen.

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